Alfredo Sadel (* 22. Februar 1930 in Caracas; † 28. Juni 1989 ebenda; eigentlich
Manuel Alfredo Sánchez Luna) war ein venezolanischer Sänger und Schauspieler.
Sadel studierte an der von Vicente Emilio Sojo geleiteten
Escuela Superior de Santa Capilla Musiktheorie, Harmonielehre, Klavier und Gesang. Sechzehnjährig nahm er bei
Radio Caracas das Lied
Desesperación auf, das jedoch nicht gesendet wurde. Erste Auftritte hatte er in der Radiosendung
Caravana Camel, und seine erste erfolgreiche Aufnahme war ein dem Torero Diamante Negro gewidmeter Pasodoble, der zwanzigtausendmal verkauft wurde und mit dem er in Venezuela bekannt wurde.
Es folgten weitere Plattenaufnahmen sowie ein Angebot für den ersten venezolanischen Spielfilm
Flor del Campo (1951). Er trat in der Show
Fiesta Fabulosa mit Kompositionen Billo Frómetas, Eduardo Serranos und Manuel Enrique Pérez Díaz' auf und nahm 1952 Conny Méndez'
Déjame und Aldemaro Romeros
Me queda el consuelo auf. Im gleichen Jahr reiste er in die USA. Hier trat er am
Jefferson Theater und (mit
Lola Flores) am
Teatro San Juan in New York auf und war Gast der Ed Sullivan Show, der
Colgate Comedy Hour und der Show
Chance of a Lifetime.
Mit der Gründung von
Radio Caracas Televisión 1953 war er auch im venezolanischen Fernsehen in Sendungen wie
El Show de Víctor Saume (mit
Lucho Gatica) und
El Show de Renny präsent. Nach Aufenthalten in den USA und in Kuba, wo er u. a. mit Beny Moré auftrat, spielte er in einer Reihe mexikanischer Filme:
Tú y la mentira,
El ratón,
El buena suerte,
Martín Santos,
El llanero,
Un venezolano en México und
Tres balas perdidas.
1957 nahm er
Escríbeme von Guillermo Castillo Bustamante auf, der zu dieser Zeit unter dem Regime des Diktators Marcos Pérez Jiménez in Haft saß. Im gleichen Jahr gründete er die
Asociación Venezolana de Artistas en Escena (AVADE). 1958 erhielt er als erster venezolanischer Künstler einen Vertrag bei Metro-Goldwyn-Mayer, wo er
Mario Lanza ersetzen sollte. Es entstanden die Platten
Sadel a media voz,
Sadel canta a Agustín Lara und
Caminos de mi tierra.
Als Opernsänger debütierte Sadel 1962 am
Teatro Municipal von Caracas in der Zarzuela
Los Gavilanes. Es folgten Auftritte in Jugoslawien, Ungarn, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, der Sowjetunion und der New Yorker Carnegie Hall. Mit den Eltern von
Plácido Domingo, den Zarzuelasängern Plácido Domingo (Vater) und Pepita Embil, unternahm er eine Lateinamerika-Tournee.
Auf einer weiteren Europareise trat Sadel an den Städtischen Bühnen Münster auf und sang in Sankt Gallen Partien aus
Carmen,
La Boheme,
Tosca und
Don Carlos. In der Sowjetunion sang er
Tosca,
Rigoletto,
La Traviata,
Lucia di Lamermoor und
Madame Butterfly. Knapp ein Jahr vor seinem frühen Tod trat er 1988 am
Teatro Teresa Carreña mit dem Orquesta Sinfónica de Venezuela. auf. Insgesamt nahm Sadel
mehr als zweitausend Lieder auf und veröffentlichte mehr als zweihundert Schallplatten,